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ProjektHürden nehmen - Psychosoziale Versorgung für Geflüchtete

01.03.2023 – 28.02.2026

Menschen mit Verfolgungs-, Kriegs- und Fluchterfahrung benötigen oft Zugang zu psychosozialen, psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgungsangeboten. Die Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Flucht können zu einer erhöhten Vulnerabilität für psychische Erkrankungen führen, verstärkt durch Post-Migrations-Stressoren in Deutschland. Zudem gibt es diverse Herausforderungen bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsversorgung innerhalb des regulären Gesundheitssystems.

Das Kooperationsprojekt der PSZ Brandenburg, PSZ Sachsen-Anhalt, PSZ Rostock und PSZ XENION hat sich zusammengeschlossen, um in den drei beteiligten ostdeutschen Bundesländern bedarfsorientiert bei der Überwindung der bestehenden Hürden im Gesundheitssystem zu unterstützen, ergänzend Lücken zu schließen und auf ihre Schließung hinzuwirken. Ziel ist die Verbesserung der psychischen Gesundheit und der sozialen Teilhabe geflüchteter Menschen.

Projektmaßnahmen

1
Unsere PSZ-Beratungsstellen identifizieren frühzeitig Schutzsuchende mit speziellen Bedürfnissen, traumatischen Erfahrungen und psychischen Erkrankungen
Sie erhalten Unterstützung, inklusive prätherapeutischer Maßnahmen, Stabilisierung, Psychoedukation und Weiterleitung in die Regelversorgung. Dabei wird Sprachmittlung genutzt und mit lokalen Migrationsnetzwerken kooperiert.
2
In drei brandenburgischen Landkreisen wird digitale psychologische Beratung erprobt
Um den Zugang für mehr geflüchtete Menschen zu erleichtern
3
Qualifizierung von Sprachmittler:innen
Durch das PSZ Rostock
4
Kooperationen mit der gesundheitlichen Regelversorgung
und anderen sozialen Trägern sowie unsere Qualifizierungsangebote fördern den Zugang zu Diagnostik, Behandlung und Versorgung und den fachlichen Austausch
5
Strukturelle Verbesserungen
Werden durch eine wissenschaftliche Erkundung zu Bedarfen und Versorgungssituationen geflüchteter Menschen im Regelsystem angestoßen. Die Projektergebnisse werden an Politik und Verwaltung weitergegeben, um positive Veränderungen zu bewirken.

Projektangebote

1. Psychosoziale und psychologische Beratung

Gemeinsam setzen die PSZ auf multiprofessionelle Beratungsteams, in denen neben Psycholog:innen und Sozialarbeitenden auch sozialpsychiatrische ärztliche Fachkräfte sowie Sprachmittler:innen mitwirken. Das psychosoziale und psychologische Angebot umfasst unter anderem:

  • Clearing in Zusammenarbeit mit Wohnheimen und Beratungsstellen

  • Anamnesen

  • Diagnostik

  • Psychologische Beratung

  • Kooperation mit Diensten der gesundheitlichen Regelversorgung

  • Psychotherapeutische Betreuung

  • Krisenintervention

  • Gruppenarbeit

  • Attestierung für Behörden (BAMF, Sozialamt, VG‘s, Ausländerbehörden)

2. Regionale psychosoziale Beratungsstellen des PSZ Brandenburg

Es gibt Beratungsstellen in acht Landkreisen in Brandenburg, von denen sieben vom PSZ Brandenburg und eine vom PSZ XENION betrieben werden. Die multikulturellen Teams bestehen aus Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen und Projektkoordinator:innen, ergänzt durch Sprachmittler:innen bei Bedarf. Die Aufgaben umfassen die Identifizierung, Beratung und Betreuung psychisch traumatisierter Klient:innen sowie die Anbindung an das Regelsystem. Durch Sensibilisierung und Qualifizierung von Institutionen und Gesundheitspersonal wird die Kooperation mit dem Versorgungssystem verbessert, während Netzwerkarbeit eine optimale Versorgung für geflüchtete Menschen ermöglichen soll.

3. Digitale Psychologische Beratung

Gemeinsam mit dem PSZ XENION erproben wir digitale Beratung. Diese Online-Angebote, einschließlich psychologischer Beratung und psychosozialer Betreuung, werden in den Landkreisen Oberhavel, Oberspreewald-Lausitz und Oder-Spree angeboten. Zusätzliche Außenstellen ermöglichen Erst- und Krisengespräche in Präsenz, während ein IT-Standortkoordinator die Betreuung und Ausstattung mit digitalen Endgeräten übernimmt. Digitale Standorte sollen einen geschützten Raum für psychologische Beratung bieten und besonders Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind, die Beratungsstellen aufzusuchen, den Zugang zu psychologischer Unterstützung verbessern, insbesondere in unterversorgten, ländlichen Gebieten.

Projektkoordination

Silke Finner (Gesamtprojektkoordination)
Tel.: +49 176 473 199 69
Mail: s.finner@kommmit.eu

Agnes Ziegler (Koordination Landkreise)
Tel.: +49 157 536 054 04
Mail: a.ziegler@kommmit.eu

Johanna Kinzel Žukova (Psychologische Koordination)
Tel.: +49 157 536 052 54
Mail: j.kinzel.zukova@kommmit.eu

FÖRDERER:INNEN

Das Projekt wird finanziert von

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